Vergiftungen beim Hund

In letzter Zeit gab es häufig Meldungen, dass Hunde durch Giftköder zu Schaden kamen. Neben natürlichen Vergiftungen im Haushalt (wie Zwiebeln) gibt es auch giftige Substanzen, welche von Hundehassern ausgelegt werden. In diesem Beitrag erfahrt ihr, welche Lebensmittel im Haushalt für Hunde giftig sind, welche Pflanzen aus der Natur giftig sind, wie welche Gifte (wie Rattengift / Schneckenkorn) wirken und wie ihr feststellen könnt, dass euer Hund vergiftet wurde.

Welche Lebensmittel sind für Hunde giftig?

Folgende Lebensmittel sind für Hunde giftig und rufen akute Vergiftungen hervor:
Zwiebeln, Schokolade, Alkohol, Trauben/Rosinen, rohes Schweinefleisch, Koffein, Hopfen und Steinobst sind für Hunde generell tabu. Diese können zu akuten Vergiftungen führen.

Diese Lebensmittel sind für Hunde bei übermäßiger Fütterung gesundheitsschädlich bzw. in größeren Mengen giftig:

Rohe Bohnen enthalten Blausäure und sollten daher ausschließlich gekocht gefüttert werden. Auch Knochen aller Art, Tomaten, Milch, Nüsse und Salz sind für Euren Hund nicht gerade gesundheitsfördernd und sollten – wenn überhaupt - nur in Maßen gefüttert werden.

Eine Übersicht der giftigen bzw. gesundheitsschädlichen Lebensmittel findet hat freundlicherweise Fressnapf zur Verfügung gestellt - diese Infos findet ihr hier:

Diese Lebensmittel können giftig für Ihren Hund sein [Infografik]

Diese Infografik wurde auf Fressnapf.de gefunden

Folgende in der Natur vorkommende Pflanzen sind ebenfalls für Hunde giftig:

Auch in der Natur gibt es einige Gifte, die Hunde aufnehmen könnten, zum Beispiel Eibe, Goldregen, Finger‐ und Eisenhut, Engelstrompete, Rittersporn, Alpenrose oder Tollkirsche.
 Hunde fressen die Pflanzen aber selten – da ist die Gefahr größer für Kinder oder Pferde. Trotzdem ist vor allem bei Welpen drauf zu achten, dass diese keine Blumen „mal eben“ kosten.
Symptome: Magen‐ und Darmreizung, Bauchkrämpfe

Weitere giftige Substanzen im Haushalt sind zum Beispiel Frostschutzmittel, welche süßlich schmecken und riechen und auch Hunde zum Probieren anlocken können. Daher lasst keine Flaschen mit diesen Substanzen offen rum stehen.
Symptome: Vergiftete Tiere zeigen meistens kurz nach der Aufnahme Störungen wie etwa Zittern, Krämpfe und Schwanken, aber auch Erbrechen und Durchfall.

Tabak:

Ebenso ist Tabak für Hunde hoch toxisch – dieses wirkt wie ein Nervengift. Daher solltet ihr schauen, dass ihr vor allem bei Welpen die Zigarettenstummel so entsorgt werden, dass diese dort nicht ran kommt.

Rattengift:

Die häufigste Vergiftungsursache ist – hauptsächlich auf dem Land – wohl das Rattengift. Eigentlich sollen damit die kleinen Nager vergiftet werden, die auch zur Plage werden können. Diese sollen sich die Substanzen aus eigens dazu bereit gestellten Boxen herausholen. Ausserdem wird Rattengift auch in Mäuselöcher im Feld vom Förster, Jäger oder auch Bauern gestreut, da es in den letzten Jahren Mäuseplagen gegeben hat und dem nur so bei zu kommen war. Leider gibt es auch immer wieder sogenannte Hundehasser, die meinen Köder mit Rattengift auszulegen, um damit Hunde, Katzen und andere Fleischfresser zu vergiften.

Wie wirkt das Rattengift?
Rattengift besteht zum Beispiel aus Marcumar, welches bei Menschen als Blutverdünner wirkt – bei Hunden, Katzen und anderen betroffenen Tiere werden durch Rattengift nachhaltig geschädigt. Weitere Wirkstoffe sind Derivate des Cumarin wie Phenprocoumon, Ethylbiscoumacetat und Warfarine ( Brodifacoum, Bromadiolon, Chlorphacion, Difenacoum, Diethalion) – diese können eine Zeit benötigen um zu wirken – bis zu 4 Wochen. Hintergrund ist, dass Ratten und Mäuse sehr schlaue Tiere sind – und erst mal, nach dem Fund einer Futterquelle, einen „Vorkoster“ vorschicken, der testen muss, ob es sich um Gift oder genießbares Futter handelt. Wenn der Vorkoster 1-2 Tage ohne Symptome überlebt hat, gehen auch die restlichen Mitglieder der Familie an die Futterstelle. Daher wurden extra Gifte entwickelt, die zeitverzögert wirken.

Symptome: Bei der Aufnahme größerer Mengen kann es zu Blutungen aus allen Schleimhäuten oder kleineren Verletzungen kommen. Hat der Hund kleine Mengen zu sich genommen, wirkt sich das eher chronisch aus. Er ist schlapp, müde und die Schleimhäute sind blass.

Behandlung: Der Hund muss unbedingt sofort zum Tierarzt

Schneckenkorn:

Schneckenkorn wirkt, anders als von den meisten Herstellern behauptet, wohl toxisch auf Hunde und andere Lebewesen. Die Werbeaussage, dass Schneckenkorn harmlos für andere Lebewesen sei, ist höchstens bei sachgemäßer, weit gestreuter Anwendung auf Agrarflächen haltbar. Leider schmeckt das Schneckenkorn zumeist süsslich, so dass es nicht abschreckend wirkt.

Besonders bei Welpen und kleine Hund können bereits mit wenig Schneckenkorn nachhaltig geschädigt werden. Daher ist es wichtig, direkt auf die ersten Anzeichen einer Vergiftung zu reagieren. Auch, wenn ein Hund „nur“ durch ein Feld mit Schneckenkorn gelaufen ist, kann er sich vergiften – indem er sich die Pfoten abschleckt – daher ist in diesem Fall ein Baden des Hundes notwenig.

Symptome: Schneckenkorn ist ein schnell wirkendes Nervengift – innerhalb von 30-60 Minuten. Anzeichen sind Herzrasen und Muskelkrämpfe. Wenn ein Hund überlebt haben sollte, kann es leider zu Spätfolgen wie Leberschäden kommen.

Behandlung: Leider gibt es kein Gegenmittel für das Gift. Es muss daher so schnell wie möglich ein Tierarzt aufgesucht werden, am besten mit dem Schneckengift bzw. der Verpackung. Der Tierarzt versucht dann das Gift zu absorbieren.

TIPP: Ihr solltet in jedem Fall absorbierende Aktivkohle zu Hause haben – diese solltet ihr dem Hund noch vor dem Gang zum Tierarzt verabreichen. Bei einer Schneckenkorn-Vergiftung zählt jede Minute!

Kot von anderen Tieren wie auch Sand und Erde:

Häufig fressen Hunde auch den Kot von anderen Tieren wie Hunden, Pferden, Schafen als – so eklig es klingt – auch Menschen. Es handelt sich laut Tierarzt nicht um eine Mangelernährung sondern um eine Verhaltensstörung die zu unterbinden ist. Sehr ungesund wird es, wenn dein Hund Kot von frisch entwurmten Tieren wie Schafen und Pferden frisst – dies kann massive Vergiftungen hervorrufen.

Wie erkenne ich, dass mein Hund vergiftet wurde? Wie lange dauert es, bis Gifte anfangen zu wirken?

Wie bereits oben beschrieben, fangen die Gifte unterschiedlich früh oder spät an zu wirken. Anzeichen einer Vergiftung sind je nach Gift Krämpfe, Herzrasen, Blut in den Ausscheidungen bzw. Schleimhäuten und blasses Zahlfleisch.

Wie sollte ich handeln, wenn ich vergiftete Köder gefunden habe?

Solltet ihr Giftköder unterwegs finden, solltet ihr unbedingt diese mit einer Kot-Tüte einsammeln und zur Polizei bringen. Diese wird dann eine Anzeige aufnehmen, um danach weiterhandeln zu können. Auch solltet ihr die Öffentlichkeit darüber sachlich informieren, wann und wo ihr das Gift bzw. die Köder gefunden habt.

Auch könnt ihr eine Meldung über http://www.giftkoeder-radar.com/ machen – die Tierschutzorganisation gibt diese Warnung dann über Facebook und die eigene App weiter. Somit werden eine Vielzahl an Hundebesitzern gewarnt.

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